Programm 2010
ARBEITSTAGUNG 2010 Übergänge - Krisen - Visionen
Hier finden Sie Zusammenfassungen der bisherigen Tagungen ÜBERGÄNGE, KRISEN, VISIONEN
Wir Menschen verändern uns, die gesellschaftlichen Kontexte sind im Wandel, neue Probleme brauchen neue Lösungen; diese Veränderungen werden als mehr oder weniger markante Übergänge erlebt. Viele dieser Übergänge, im eigenen Leben aber auch in gesellschaftlichen Kontexten, vollziehen sich wie von selbst, können dann aber aus dem Blick zurück rekonstruiert und reflektiert werden. Ganz anders, wenn sich an Übergängen Krisen ereignen: werden notwendige Übergänge nicht vollzogen, dann kommt es zu Krisen. Die Krise nimmt den Menschen in die Zange: Jetzt muss überlegt werden, jetzt braucht es eine neue Art, mit dem Leben umzugehen, jetzt können aber auch Einstellungen verändert werden. Krisen sind auch Geburtssituationen.
Bei der individuellen Krise eines Menschen hält das Krisengefühl an, bis eine neue Einstellung, eine neue Idee gefunden worden ist. Bei Krisen, die die ganze Gesellschaft betreffen, sind wir als Einzelne mit betroffen, spüren wir, dass wir als Menschen an dieser Gesellschaft Anteil haben, uns mit ihr auch verändern müssen (Weltwirtschaftskrise, Wertekrise, ökologische Krise).
Es gibt so etwas wie eine Krisenatmosphäre, die mit der Dynamik von Krisen zusammen hängt: Alle Sicherheit, alle vermeintliche Sicherheit wird in Frage gestellt und damit stellt sich die Frage des Vertrauens. Kann man vertrauen, und in wen oder in was? Angst, Panik, generelle Ängstlichkeit werden erlebt anstelle der normalen Geborgenheit. Umfassende Befürchtungen zeigen sich, bis dahin, dass alle möglichen und unmöglichen Machenschaften gewittert werden. Die Befürchtungen, die Angsterfahrungen werden mit Aggressivität oder mit Resignation abgewehrt. Wir finden Schuldige, möchten diese bestraft sehen, oder wir geben vor, die Krisen zu managen.
Die Krise kann eine Chance sein, eine Chance, sich neu im Leben zu positionieren, so dass deutlicher wird, was denn gut ist für das eigene Leben, für das Leben der anderen, der Nachkommenden, der Natur. Die großen Krisen können nur gelöst werden, wenn wir sie miteinander lösen – miteinander können wir Visionen entwickeln.
Nehmen wir die Krisen ernst, dann nehmen wir auch die Visionen ernst. Es wird immer wieder beklagt, wir wären in einer Zeit, in der es keine Visionen gäbe, keine großen Würfe mehr. Das mag sein, große Visionen sind möglicherweise auch gar nicht gefragt, sondern bescheidener: Wertvorstellungen, die uns wichtig sind, für das menschliche Zusammenleben, sowie die alte neue Frage nach Geben und Nehmen, nach Gerechtigkeit auch gegenüber der Natur.
Wenn wir das Menschsein als ein Ganzes betrachten wollen – und das wollen wir in unserer IGT – dann geht es darum, das Thema der Übergänge, Krisen, Visionen aus verschiedenen Gebieten der Wissenschaften und in Seminaren zu beleuchten und dadurch Ideen, vielleicht sogar Visionen, zu bekommen, wie wir in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation mit uns selber, aber auch im Blick auf das Ganze, umgehen können.
Diese Tagung versucht von ihrem interdisziplinären Ansatz vom Anliegen, wie auch vom didaktischen Aufbau her eine wichtige Ergänzung zu den berufsspezifischen Fachtagungen zu sein.
Verena Kast
Eingeladene: Ärztinnen/Ärzte, Psychotherapeutinnen/ Psychotherapeuten, Psychologinnen/Psychologen, Pfarrerinnen/Pfarrer, Pädagoginnen/ Pädagogen, Juristinnen/ Juristen, Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter, alle Pflegekräfte, alle im Heilberuf Tätige, alle die beruflich mit Menschen arbeiten. Das Programm mit allen Einzelheiten nebst Anmeldeformular können sie hier herunterladen und kann bei unserer Geschäftsstelle per Post oder per mail kostenlos angefordert werden. Sofern Sie diese Ankündigung unter Ihrer eigenen Adresse erhalten haben oder wenn Sie Mitglied bei uns sind, erhalten Sie das Programm ohne weitere Anforderung zugesandt.
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